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Richtig bohren lernen: Dübel, Leitungen und saubere Löcher

Bohren ohne böse Überraschung: Leitungen orten, den richtigen Bohrer und Dübel wählen, gerade bohren - die Grundlagen für jede Wand.

kleiner Bastler Redaktion · Aktualisiert 5. August 2026
Roter Akkuschrauber vor neutralem Hintergrund
Foto: Quilia / Unsplash

Bohren ist die Grundfertigkeit, an der zuhause kein Weg vorbeiführt - und gleichzeitig die mit dem grössten Respektabstand: Was, wenn da eine Leitung liegt? Mit ein paar Regeln zur Leitungssuche, der richtigen Bohrer-Dübel-Kombination und sauberer Technik verliert das Thema seinen Schrecken.

Zuerst: Leitungen und Rohre ausschliessen

Strom-, Wasser- und Heizungsleitungen folgen Installationszonen - sie verlaufen senkrecht und waagrecht, nicht diagonal:

  • Senkrecht: direkt über und unter Schaltern, Steckdosen und Auslässen
  • Waagrecht: etwa 15 bis 30 Zentimeter unter der Decke und über dem Boden sowie auf Schalterhöhe

Tabuzonen: direkt über, unter und neben Schaltern und Steckdosen, rund um Sicherungskästen sowie die Wand hinter Bad- und Küchenarmaturen. Ein elektronischer Leitungssucher ortet zusätzlich Metall und spannungsführende Leitungen - kein Gerät ist unfehlbar, aber zusammen mit der Zonenregel bist du auf der sicheren Seite. Im Zweifel: anderen Bohrpunkt wählen.

Wand erkennen, Werkzeug wählen

Klopf auf die Wand: Klingt sie hohl, ist es Gipskarton oder eine Leichtbauwand; klingt sie satt, ist es Mauerwerk oder Beton.

  • Gipskarton: ohne Schlag bohren, Spezialdübel (Kippdübel, Hohlraumdübel) verwenden
  • Backstein/Kalksandstein: Steinbohrer, Schlagfunktion erlaubt
  • Beton: Steinbohrer und viel Geduld - oder besser ein Bohrhammer
  • Fliesen: Fliesen- oder Glasbohrer, ohne Schlag, Bohrstelle mit Malerklebeband gegen Verrutschen sichern
  • Holz: Holzbohrer mit Zentrierspitze, ohne Schlag

Beim Bohrerkauf gilt: Der Bohrerdurchmesser entspricht dem Dübeldurchmesser, und die Schraube ist einen Millimeter dünner als der Dübel. Ein sortiertes Dübel- und Schraubensortiment deckt die üblichen Fälle von der Bilderleiste bis zum Regal ab.

Sauber bohren in fünf Schritten

  1. Anzeichnen und ankörnen. Bohrpunkt markieren; auf glatten Flächen ein Kreuz aus Klebeband aufkleben, damit der Bohrer nicht wandert.
  2. Gerade ansetzen. Bohrer im rechten Winkel zur Wand halten - eine zweite Person mit Blick von der Seite oder eine kleine Wasserwaage am Bohrergehäuse helfen.
  3. Langsam starten. Mit niedriger Drehzahl die Führung bohren, erst dann Tempo (und bei Mauerwerk den Schlag) dazunehmen.
  4. Tiefe kontrollieren. Dübellänge plus fünf Millimeter - markiere die Tiefe mit Klebeband am Bohrer, wenn dein Gerät keinen Tiefenanschlag hat.
  5. Loch säubern. Bohrstaub heraussaugen oder -pusten (Schutzbrille!), Dübel bündig einstecken, Schraube eindrehen.

Der Staubfänger-Trick für saubere Wände: ein gefaltetes Post-it als kleine Schaufel direkt unters Bohrloch kleben - oder den Staubsauger beim Bohren unters Loch halten.

Wenn das Loch zu gross geraten ist

Dreht die Schraube durch, ist das Loch ausgerissen oder zu gross gebohrt. Schnelle Abhilfe: passenderen (grösseren) Dübel setzen oder das Loch mit Reparaturspachtel füllen und nach dem Aushärten neu bohren. Wie du Altlöcher unsichtbar verschliesst, steht in der Anleitung Dübellöcher verspachteln.

Übung mit Sicherheitsnetz

Die ersten Löcher bohrst du am entspanntesten dort, wo ein Fehler egal ist: im Keller, in der Garage oder in ein Reststück Holz auf zwei Böcken. Nach fünf Löchern sitzt der Bewegungsablauf, nach zehn brauchst du die Wasserwaage nur noch zur Kontrolle. Und mit jedem hängenden Regal wächst die Grundausstattung - was davon wirklich in die heimische Werkstatt gehört, liest du im Beitrag Werkstatt zuhause einrichten.

Material & Werkzeug zum Thema

Häufige Fragen

Wo verlaufen Stromleitungen in der Wand?

In der Regel senkrecht und waagrecht von Schaltern und Steckdosen aus, etwa 15 bis 30 Zentimeter neben Decken-, Boden- und Türkanten. Direkt über und neben Schaltern und Dosen wird grundsätzlich nicht gebohrt. Ein Leitungssucher gibt zusätzliche Sicherheit.

Brauche ich eine Schlagbohrmaschine?

Für Backstein und Kalksandstein: ja, Schlagfunktion hilft. Für Beton ist ein Bohrhammer die deutlich bessere Wahl. In Gipskarton, Holz und Fliesen bohrst du dagegen immer ohne Schlag - dort richtet er nur Schaden an.

Welche Dübelgrösse für welche Schraube?

Die Schraube soll im Durchmesser einen Millimeter kleiner sein als der Dübel: 6er-Dübel mit 5er-Schraube, 8er-Dübel mit 6er-Schraube. Der Bohrer hat immer den Dübeldurchmesser - fürs 8er-Loch also der 8er-Bohrer.