Weihnachtsdeko selber basteln: Ideen für Tisch, Fenster und Baum
Weihnachtsdeko und Adventsdeko selber basteln: Adventskranz ohne Binden, Fenstersterne, Türkranz, Baumschmuck und wintertaugliche Aussendeko mit Anleitung.
Weihnachtsdeko selber zu basteln lohnt sich an vier Orten: ein Adventskranz ohne Binden für den Tisch, Papiersterne und Lichterhäuschen fürs Fenster, ein Kranz für die Tür und bruchsicherer Anhänger-Schmuck für den Baum. Das meiste gelingt mit Material aus Supermarkt, Bastelgeschäft und Wald - hier findest du zu jedem Bereich Projekte mit Anleitung, dazu wintertaugliche Ideen für draussen.
Welche Materialien eignen sich für selbst gemachte Weihnachtsdeko?
Vier Materialgruppen decken fast alle Projekte ab - und du kombinierst sie frei:
- Naturmaterial: Zapfen, Zweige, Moos, getrocknete Orangenscheiben - vieles davon sammelst du beim Spaziergang. Wie du Gesammeltes haltbar machst, steht in der Anleitung für Herbstdeko aus Naturmaterialien.
- Papier: Das günstigste und vielseitigste Material, von Faltsternen bis zum Teelicht-Häuschen. Der grosse Ratgeber Basteln für Weihnachten versammelt 16 Papier-Projekte.
- Holz: Astscheiben, Rindenstücke und Holzbretter als Unterlagen, Anhänger oder Kerzenständer - Astscheiben sägt dir mancher Baumarkt zu, oder du sägst selbst vom Brennholz.
- Trockenblumen: Eukalyptus, Schleierkraut und Gräser geben Kränzen und Gestecken den modernen, ruhigen Ton. Grundwissen und Bezugstipps stehen im Beitrag Trockenblumen.
Dazu die Basics: Heissklebepistole, Draht, Juteschnur, Schere. Salzteig - der fünfte Klassiker - kommt komplett aus dem Küchenschrank.
Tisch und Adventskranz: das Zentrum der Adventsdeko
Adventskranz ohne Binden (30 Minuten, leicht)
Einen klassischen Kranz zu binden braucht Übung - es geht auch einfacher, ohne dass man es dem Ergebnis ansieht: Stelle vier Kerzen in Gläser unterschiedlicher Höhe und arrangiere sie auf einem Holzbrett oder einem grossen Teller. Dazwischen legst du Tannenzweige, Zapfen, getrocknete Orangenscheiben und ein paar Kugeln.
Der Vorteil: Die Kerzen stehen sicher im Glas, nichts kippt, und nach dem Fest räumst du alles einzeln weg. Getrocknete Orangenscheiben machst du selbst, indem du fünf Millimeter dicke Scheiben bei 80 Grad drei bis vier Stunden im Ofen trocknest - die ganze Wohnung duftet dabei schon nach Advent.
Gedeckter Tisch mit Selbstgemachtem
Für die Adventstafel reichen drei Handgriffe: Astscheiben als Untersetzer, ein schmaler “Läufer” aus Tannenzweigen und Zapfen in der Tischmitte, dazu Serviettenringe aus Juteschnur mit einem Zimtstängel. Namenskärtchen aus Kartonresten mit weissem Stift beschriftet machen aus jedem Essen ein kleines Fest - und entstehen aus denselben Resten wie die Geschenkanhänger weiter unten.
Wer den Advent komplett selbst gestaltet, hängt neben den Kranz noch einen selbst gemachten Adventskalender - die Papiertüten-Girlande dort ist Kalender und Deko in einem.
Fensterdeko: Sterne, Häuschen, Lichterketten
Das Fenster ist die dankbarste Fläche, weil Tageslicht und Abendbeleuchtung die Deko doppelt inszenieren.
- Papiersterne aus Transparent- oder Butterbrotpapier (45 Minuten pro Stern, mittel): Gefaltete Module überlappend zusammenkleben und mit Klebepunkten direkt ans Glas setzen - bei Gegenlicht leuchten die Schichten wie Eiskristalle. Für den Einstieg reichen quadratische Notizzettel: Acht gleiche Module falten und ohne Kleber zum Stern zusammenstecken.
- Scherenschnitt-Schneeflocken (15 Minuten, leicht): Aus dünnem Papier geschnitten und lose übers Fenster verteilt - keine zwei gleich, dann wirkt es wie Schneegestöber.
- Lichterhäuschen auf dem Fensterbrett (1-2 Stunden, mittel): Kleine Häuser aus Fotokarton mit ausgeschnittenen Fenstern, dahinter LED-Teelichter - als Reihe entsteht ein leuchtendes Winterdorf.
- Girlande an der Gardinenstange: Papiersterne, getrocknete Orangenscheiben und Zimtstangen im Wechsel auf eine Schnur gefädelt.
Die Faltanleitungen zu Sternen, Schneeflocken und Häuschen findest du Schritt für Schritt im Ratgeber Basteln für Weihnachten. Gutes Faltpapier lohnt sich dabei wirklich - dünnes Druckerpapier bricht an den Kanten, während 80 bis 100 g/m² Faltpapier saubere Spitzen ergibt. Was in die Grundausstattung gehört, liest du im Ratgeber zu den Bastelmaterialien.
Wand und Tür: der selbst gemachte Kranz
Türkranz aus Naturmaterial (1 Stunde, leicht bis mittel)
Ein Türkranz gelingt ohne Bindetechnik mit einem fertigen Strohrömer oder Metallring aus dem Bastelgeschäft:
- Umwickle den Rohling locker mit Tannen- oder Eukalyptuszweigen und fixiere sie mit Wickeldraht.
- Setze Akzente mit Zapfen, Orangenscheiben, Zimtstangen oder kleinen Kugeln - Heisskleber hält alles zuverlässig.
- Binde eine Schlaufe aus breitem Band als Aufhängung.
Moderner wirkt der halb dekorierte Ring: nur ein Drittel des Metallrings mit Trockenblumen und ein, zwei Zweigen belegt, der Rest bleibt sichtbar. Welche Trockenblumen sich eignen und wie sie lange halten, liest du im eigenen Beitrag.
Wanddeko ohne Bohren
Ein Zweig, quer an zwei ablösbaren Klebehaken aufgehängt, wird zur wandelbaren Adventsgalerie: Daran hängen Salzteig-Sterne, Papieranhänger und eine Lichterkette - und nach dem Fest wandert alles ab, ohne Spuren. Auch beklebte Papiertannenbäume oder eine Fotogirlande mit Erinnerungen ans vergangene Jahr funktionieren an der Wand besser als jedes gekaufte Poster.
Baumschmuck selber machen
Salzteig-Anhänger (1 Stunde plus Backzeit, leicht, ab 3 Jahren)
Der Klassiker, der nie langweilig wird. Für den Teig verknetest du zwei Tassen Mehl, eine Tasse Salz und eine Tasse Wasser. Ist der Teig zu klebrig, hilft mehr Mehl; bröselt er, ein Schluck Wasser.
- Rolle den Teig etwa einen halben Zentimeter dick aus.
- Stich Sterne, Herzen oder Tannenbäume aus - normale Guetzliformen funktionieren perfekt.
- Stich mit einem Strohhalm ein Aufhängeloch.
- Backe die Anhänger zwei bis drei Stunden bei 120 Grad Umluft, bis sie durchgehend hart sind.
- Nach dem Auskühlen bemalst du sie mit Acrylfarbe oder lässt sie natur und schreibst mit einem feinen Stift Namen darauf.
Ein Band durchziehen, fertig. Salzteig-Anhänger eignen sich auch als Geschenkanhänger - so bekommt jedes Päckli eine persönliche Note.
Mehr Ideen für den Baum
Papierkugeln aus verklebten Streifen, kleine Fröbelsterne und Ziehharmonika-Anhänger sind leicht, bruchsicher und ideal für Haushalte mit kleinen Kindern oder Katzen. Auch bemalte Zapfen mit Goldfaden und Astscheiben mit aufgemaltem Motiv hängen schön am Zweig. Die Anleitungen zu allen Papier-Anhängern stehen gesammelt im Beitrag Basteln für Weihnachten; wer Anhänger übrig hat, verschenkt sie - weitere Ideen dazu unter Weihnachtsgeschenke basteln.
Aussendeko: was den Schweizer Winter übersteht
Draussen entscheidet das Material. Nässe, Frost und Wind verzeihen kein Papier und keinen Salzteig - dafür glänzt hier das Naturmaterial:
- Zweig-Bündel an der Haustür: Tannen-, Kiefern- und Beerenzweige mit Juteschnur gebunden, kopfüber neben die Tür gehängt - hält den ganzen Winter und ersetzt den Kranz.
- Bepflanzter Topf oder Zinkkübel: Zweige, Zapfen, eine wetterfeste Kugel und eine Aussen-Lichterkette mit Timer - steht auf Balkon, Fenstersims oder Treppe.
- Eislaternen bei Frost: Wasser mit Beeren und Zweiglein in einem Kessel mit eingestelltem kleinerem Gefäss gefrieren lassen, stürzen, LED- oder Rechaudkerze hineinstellen. Funktioniert in klaren Frostnächten auch auf dem Balkon.
- Holzstern oder Astscheiben-Anhänger am Gartenzaun: verwittert schön, statt kaputtzugehen.
Zwei Regeln für draussen: Alles, was fliegen kann, wird festgebunden - Bise und Föhn räumen sonst ab. Und für Licht im Aussenbereich nur Lichterketten verwenden, die ausdrücklich dafür zugelassen sind.
Geschenkanhänger und Karten aus den Resten
Aus den Resten aller anderen Projekte entstehen die schönsten Kleinigkeiten: Kartonreste werden zu Anhängern, gepresste Blätter vom Herbst zu Kartenschmuck, Salzteigreste zu Mini-Sternen. Mit einem Stempelkissen und einer schönen Schnur wirken selbst einfache Anhänger wie vom Markt.
Falls du im Herbst gesammelt hast, kannst du jetzt darauf zurückgreifen - wie du Blätter und Zapfen haltbar machst, steht in der Anleitung für Herbstdeko aus Naturmaterialien.
Welcher Stil passt zu meiner Wohnung?
Selbst gemachte Deko wirkt am stärksten, wenn du dich für eine Linie entscheidest, statt alles zu mischen:
- Skandinavisch schlicht: Naturtöne, weisses Papier, unbemalter Salzteig, Holz und Jute - höchstens ein Akzent in Rot. Passt zu hellen, modernen Wohnungen und verzeiht am meisten.
- Klassisch festlich: Rot, Grün und Gold, Tannengrün, Orangenscheiben und Zimt - der Duft gehört zum Konzept. Passt zu Familien und Altbau-Gemütlichkeit.
- Modern reduziert: Trockenblumen, halbe Metallringe, Schwarz-Weiss-Anhänger und viel Leerraum - hier trägt ein einziger, gut platzierter Kranz mehr als zehn Kleinigkeiten.
Der praktische Nutzen dieser Entscheidung: Du brauchst weniger Material, alles passt zusammen, und die Deko der nächsten Jahre baut auf demselben Fundus auf.
Wie bewahre ich die Deko fürs nächste Jahr auf?
Gut gelagert hält selbst gemachte Deko viele Jahre: Papiersterne und Anhänger flach zwischen Kartonbögen legen, Salzteig trocken und luftig verpacken (nie in Plastik - er zieht sonst Feuchtigkeit und wird weich), Kränze aus Trockenmaterial hängend oder in einer grossen Schachtel lagern. Frisches Tannengrün wandert nach dem Fest in die Grünabfuhr, der Rest in eine beschriftete Kiste pro Bereich - Fenster, Baum, Tisch. So steht die Grunddeko nächsten November in einer halben Stunde, und du bastelst nur noch, was neu dazukommen soll.
Wie hänge ich alles auf, ohne Löcher zu bohren?
Für Fensterdeko brauchst du keine Nägel: Transparentpapier-Sterne haften mit wenigen Klebepunkten direkt am Glas, Girlanden hängen an der Gardinenstange, und für Wände gibt es ablösbare Klebehaken. So bleibt die Wohnung nach dem Fest ohne Spuren - und die Deko wandert sauber verpackt in die Kiste fürs nächste Jahr.
Übrigens: Selbst gebastelte Deko ist auch ein schönes Mitbringsel. Ein Glas mit selbst getrockneten Orangenscheiben und Zimtstangen, hübsch verpackt, schlägt jede gekaufte Aufmerksamkeit.
Material zum Thema
Häufige Fragen
Welche Weihnachtsdeko kann ich mit Kindern basteln?
Salzteig-Anhänger, Papiersterne aus Butterbrotpapier und bemalte Zapfen funktionieren schon mit kleinen Kindern. Wichtig sind einfache Schritte, ungiftiges Material und ein Erwachsener am Backofen beziehungsweise an der Heissklebepistole.
Wie weit im Voraus kann ich Weihnachtsdeko basteln?
Salzteig, Papiersterne und Stoffanhänger kannst du problemlos schon im November vorbereiten - sie halten unbegrenzt. Frische Materialien wie Tannengrün schneidest du dagegen erst kurz vor dem Advent, damit sie nicht nadeln.
Was kostet selbst gemachte Weihnachtsdeko?
Deutlich weniger als gekaufte: Salzteig besteht aus Mehl, Salz und Wasser, Papiersterne aus wenigen Bogen Papier. Mit rund 10 bis 20 Franken für Grundmaterial dekorierst du eine ganze Wohnung.
Welche Adventsdeko hält draussen dem Schweizer Winter stand?
Naturmaterial wie Zapfen, Zweige und Holz übersteht Nässe und Frost problemlos, ebenso Zink- und Emailgefässe. Papier, Salzteig und Trockenblumen gehören nach drinnen; für Licht draussen nimmst du Aussen-Lichterketten mit Timer.
Wie befestige ich Deko, ohne Löcher zu bohren?
Transparentpapier-Sterne haften mit Klebepunkten am Fensterglas, Girlanden hängen an der Gardinenstange, für Wände und Türen gibt es ablösbare Klebehaken. So bleibt nach dem Fest keine Spur zurück.
Das passt dazu
Basteln für Weihnachten: 16 Ideen und Anleitungen aus Papier
Weihnachtsbasteln mit Papier: 16 Anleitungen für Sterne, Schneeflocken, Baumschm
Adventskalender basteln: 10 Ideen zum Selbermachen
Adventskalender selber machen: 10 Varianten von Papiertüten bis Häuschen-Dorf, d
Herbstdeko aus Naturmaterialien basteln
Herbstdeko aus Kastanien, Blättern und Zweigen: Ideen mit Schritt-für-Schritt-An
Trockenblumen richtig in Szene setzen und pflegen
Trockenblumen arrangieren, pflegen und lagern: So bleiben getrocknete Blumen jah