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Naturkosmetik selber machen - die Anleitung für Einsteiger

Naturkosmetik selber machen leicht gemacht: Zutaten, Rezepte, ein einfaches Cremerezept und alles zur Haltbarkeit. Schritt für Schritt vom kleinen Bastler.

kleiner Bastler Redaktion · Aktualisiert 21. Juni 2026

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Eigene Naturkosmetik herzustellen ist ein dankbares Projekt: Du weißt genau, was auf deine Haut kommt, kannst auf unnötige Zusätze verzichten und passt Pflege und Duft an deine Bedürfnisse an. Der Einstieg ist leichter, als viele denken, denn die ersten Rezepte brauchen nur wenige Zutaten und etwas Sorgfalt. In dieser Anleitung zeige ich dir die wichtigsten Grundlagen, ein einfaches Cremerezept und worauf du bei Haltbarkeit und Hygiene achten musst.

Wie kann ich Naturkosmetik selbst herstellen?

Naturkosmetik herstellen heißt im Kern: pflegende Fette, Wasser oder Hydrolat und einen Wirkstoff zu einer stabilen Masse verrühren. Für viele Produkte wie Lippenpflege, Bodybutter oder Salben brauchst du nicht einmal Wasser, sondern schmilzt nur Öle und Wachse zusammen. Sobald Wasser ins Spiel kommt, wird es etwas anspruchsvoller, weil du dann emulgieren und konservieren musst.

Am einfachsten startest du mit wasserfreien Rezepten. Eine Bodybutter aus Sheabutter, Kakaobutter und einem flüssigen Öl gelingt fast immer, weil du nur schmelzen, abkühlen und aufschlagen musst. Für Cremes mit Wasseranteil brauchst du zusätzlich einen Emulgator, der Fett und Wasser dauerhaft verbindet, sowie sauberes Arbeiten. Wenn du dir die passende Grundausstattung zusammenstellst, hilft dir mein Überblick zu Bastelmaterialien bei der Orientierung.

Welche Zutaten brauche ich für Naturkosmetik?

Du brauchst eine Fettphase, oft eine Wasserphase, einen Emulgator und je nach Rezept einen Wirkstoff und ein Konservierungsmittel. Dazu kommen Duft- oder ätherische Öle, wenn du möchtest. Welche Zutaten konkret sinnvoll sind, hängt vom Produkt ab.

Diese Bausteine tauchen in den meisten Rezepten auf:

  • Pflanzliche Butter: Sheabutter und Kakaobutter geben Cremes Konsistenz und intensive Pflege.
  • Flüssige Öle: Mandel-, Jojoba- oder Arganöl ziehen gut ein und versorgen die Haut. Verschiedene Öle haben verschiedene Eigenschaften, hier lohnt sich Ausprobieren.
  • Wasserphase: destilliertes Wasser, Rosenwasser oder ein anderes Hydrolat.
  • Emulgator: zum Beispiel ein pflanzlicher Emulgator oder Lamecreme, damit Fett und Wasser verbinden.
  • Konservierung: ein hautverträglicher Konservierer, sobald Wasser im Rezept steckt.
  • Wirkstoffe: Vitamin E, Panthenol oder Aloe vera für den Extra-Effekt.

Mit Butter, einem guten Öl und einem Emulgator hast du die Basis für die meisten Cremes bereits beisammen.

Material & Werkzeug

Sauberes Werkzeug ist bei Naturkosmetik genauso wichtig wie die Zutaten, weil Hygiene über die Haltbarkeit entscheidet. Diese Grundausstattung empfehle ich dir für den Start:

Weitere Grundausstattung und Helfer findest du in meiner Übersicht zu Bastelwerkzeug.

Wie kann ich eine natürliche Gesichtscreme selbst herstellen?

Eine natürliche Gesichtscreme stellst du her, indem du eine warme Fettphase mit einer gleich warmen Wasserphase verrührst und mit einem Emulgator stabilisierst. Wichtig ist, dass beide Phasen ähnlich temperiert sind und du am Ende einen Konservierer zugibst. Mit etwas Übung gelingt das in rund 20 Minuten.

Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine einfache Pflegecreme:

  1. Arbeitsplatz desinfizieren: Reinige alle Gefäße und Werkzeuge gründlich und übergieße sie mit kochendem Wasser oder Alkohol. Saubere Arbeit ist die halbe Haltbarkeit.
  2. Fettphase schmelzen: Wiege Sheabutter, etwas Öl und den Emulgator ab und erwärme alles im Wasserbad auf etwa 60 Grad.
  3. Wasserphase erwärmen: Erhitze parallel das destillierte Wasser oder Hydrolat auf die gleiche Temperatur.
  4. Zusammenführen: Gieße die Wasserphase langsam in die Fettphase und rühre dabei kräftig mit dem Milchaufschäumer.
  5. Kalt rühren: Rühre weiter, bis die Masse cremig und auf Handwärme abgekühlt ist.
  6. Wirkstoffe und Konservierer zugeben: Mische jetzt Vitamin E, eventuelle ätherische Öle und den Konservierer unter.
  7. Abfüllen: Fülle die fertige Creme in einen sauberen Tiegel und beschrifte ihn mit dem Datum.

Wenn dir die Creme zu fest ist, nimm beim nächsten Mal mehr flüssiges Öl, bei zu dünner Creme etwas mehr Butter.

Welche Rezepte gibt es für selbstgemachte Naturkosmetik?

Beliebte Rezepte sind Lippenbalsam, Bodybutter, Gesichtscreme, Handcreme, Peelings und Deocreme. Für den Einstieg eignen sich vor allem wasserfreie Varianten, weil sie ohne Emulgator und Konservierer auskommen. So sammelst du erste Erfahrung, bevor du dich an echte Cremes wagst.

Ein klassisches Einsteiger-Rezept ist Lippenbalsam aus Bienenwachs, Kakaobutter und Mandelöl, das du nur schmilzt und in kleine Döschen gießt. Ebenso einfach ist ein Zucker-Öl-Peeling aus Zucker und einem Pflanzenöl. Wer es pflegend mag, schlägt eine Bodybutter aus Sheabutter, Kakaobutter und Jojobaöl luftig auf. Diese Projekte passen gut in eine entspannte Bastelrunde, ähnlich wie das Kerzen selber machen oder das verwandte Seife selber machen.

Wie lange ist selbstgemachte Kosmetik haltbar?

Wasserfreie Produkte wie Bodybutter, Lippenbalsam oder Salben halten ungeöffnet mehrere Monate bis etwa ein Jahr. Cremes mit Wasseranteil sind deutlich empfindlicher und ohne Konservierer nur wenige Tage im Kühlschrank haltbar. Mit einem geeigneten Konservierer verlängert sich die Haltbarkeit einer Creme auf mehrere Wochen bis Monate.

Die Haltbarkeit hängt stark von Hygiene und Lagerung ab. Arbeite immer sauber, nutze möglichst Pumpspender statt offener Tiegel und entnimm Creme mit einem Spatel statt mit den Fingern. Lagere deine Produkte kühl und dunkel und wirf sie weg, sobald sie sich verfärben, klumpen oder ungewohnt riechen. Vitamin E hilft, dass die Öle nicht so schnell ranzig werden, ersetzt aber keinen Konservierer für wasserhaltige Rezepte.

Was darf nicht in Naturkosmetik stecken?

In echte Naturkosmetik gehören keine erdölbasierten Stoffe wie Paraffin oder Silikone, keine synthetischen Duft- und Farbstoffe und keine bedenklichen Konservierer wie Parabene. Auch Mikroplastik und PEG-Verbindungen haben in selbstgemachter Pflege nichts verloren. Stattdessen setzt du auf pflanzliche Öle, Butter und natürliche Wirkstoffe.

Achte zusätzlich auf die Dosierung von ätherischen Ölen, denn viel hilft hier nicht viel: Sie können bei Überdosierung die Haut reizen. Verzichte im Gesicht auf reine Zitrusöle vor Sonnenbestrahlung und mache bei neuen Zutaten immer einen kleinen Hauttest in der Armbeuge. So kombinierst du die Stärken von Naturkosmetik mit der nötigen Sicherheit.

Kann ich auch vegane Naturkosmetik selber machen?

Ja, vegane Naturkosmetik ist gut umsetzbar, weil sich tierische Zutaten leicht ersetzen lassen. Statt Bienenwachs nimmst du pflanzliche Wachse wie Candelilla- oder Carnaubawachs, statt Lanolin oder Honig pflanzliche Alternativen. Sheabutter, Kakaobutter und die meisten Öle sind ohnehin pflanzlich und damit vegan.

Beim Einkauf lohnt ein Blick auf zertifizierte Rohstoffe, damit auch der Emulgator und der Konservierer vegan sind. Pflanzliche Wachse haben teils einen höheren Schmelzpunkt, weshalb du Rezepte beim Umstellen etwas anpassen musst. Wenn dir solche kreativen Projekte liegen, findest du weitere Ideen in meiner Sammlung an Anleitungen.

Häufige Fragen

Brauche ich teure Spezialgeräte für den Start?

Nein, für die ersten Rezepte reichen eine genaue Waage, ein kleines Wasserbad und ein Rührgerät. Spezielle Geräte lohnen sich erst, wenn du regelmäßig größere Mengen herstellst.

Kann ich normales Leitungswasser für Cremes nehmen?

Besser nicht, denn Leitungswasser enthält Keime und Mineralien, die die Haltbarkeit verkürzen. Nutze destilliertes Wasser oder ein Hydrolat und gib einen Konservierer dazu.

Wie finde ich heraus, welche Öle zu meiner Haut passen?

Taste dich mit kleinen Mengen heran und beobachte, wie deine Haut reagiert. Trockene Haut profitiert von reichhaltiger Sheabutter, fettige Haut eher von leichten Ölen wie Jojoba.

Kurs-Tipp

Online-Kurs: Naturkosmetik sicher selbst rühren

Ein strukturierter Online-Kurs führt dich vom ersten Rezept bis zur fertigen Creme und erklärt dir Emulgieren, Konservieren und Hygiene verständlich. So sparst du dir das mühsame Zusammensuchen und vermeidest typische Anfängerfehler.

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