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Epoxidharz gießen Anleitung - so gelingt der erste Guss

Epoxidharz gießen Anleitung für Einsteiger: das richtige Mischverhältnis, die passende Gießform, Temperatur, Luftblasen vermeiden und Aushärtezeit erklärt.

kleiner Bastler Redaktion · Aktualisiert 21. Juni 2026

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Epoxidharz ist ein dankbares Material: Du kannst damit glasklare Untersetzer, schimmernde Schmuckanhänger, River-Tische oder bunte Deko gießen. Der erste Guss schüchtert viele ein, dabei sind die Regeln überschaubar, wenn du sie einmal verstanden hast.

In dieser Anleitung zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du Harz und Härter korrekt anmischst, in welche Form du gießt, welche Temperatur ideal ist und wie du die gefürchteten Luftblasen los wirst. Plane ruhig etwas Zeit für den ersten Versuch ein, dann gelingt er auch.

Wie gießt man Epoxidharz richtig?

Epoxidharz gießt du richtig, indem du Harz und Härter exakt nach Herstellerangabe abmisst, blasenfrei verrührst und das Resin langsam in eine vorbereitete Gießform laufen lässt. Danach lässt du es bei stabiler Raumtemperatur ungestört aushärten.

Der ganze Prozess steht und fällt mit der Vorbereitung. Wäge das Material genau ab, halte Wärmequelle, Mischbecher und Form griffbereit und arbeite zügig, denn ab dem Anmischen läuft die Topfzeit. Gieße immer aus geringer Höhe und in einem dünnen Strahl, das hält von Anfang an viele Luftblasen heraus. Weiter unten findest du die komplette Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Was braucht man alles, um Epoxidharz zu gießen?

Zum Gießen brauchst du ein Epoxidharz-Set aus Harz und Härter, eine saubere Gießform, eine Feinwaage, Mischbecher und Rührstäbchen. Dazu Einweghandschuhe, etwas zum Entfernen von Luftblasen und eine ebene, geschützte Arbeitsfläche.

Optional, aber sehr hilfreich sind Pigment oder Farbpaste für die Einfärbung, ein digitales Thermometer für die Materialtemperatur und ein Heißluftföhn oder Bunsenbrenner, um Blasen an der Oberfläche aufsteigen zu lassen. Decke deinen Tisch mit Folie oder Backpapier ab, denn ausgehärtetes Harz bekommst du kaum wieder von der Tischplatte. Eine genaue Übersicht über sinnvolle Grundausstattung findest du im Abschnitt Material und Werkzeug.

Material & Werkzeug

Mit der richtigen Ausrüstung wird das Gießen entspannt und sauber. Diese Produkte empfehle ich dir für den Start:

Wenn dir noch Grundlegendes fehlt, hilft dir mein Überblick über sinnvolle Bastelmaterialien und das passende Bastelwerkzeug bei der Auswahl.

In welche Form gießt man Epoxidharz?

Am besten gießt du Epoxidharz in flexible Silikon-Gießformen, denn aus ihnen löst sich das ausgehärtete Werkstück fast von allein. Glas, beschichtetes Holz oder Kunststoff funktionieren ebenfalls, brauchen aber ein Trennmittel.

Silikon ist für Anfänger ideal, weil Harz nicht daran haftet und die Form sich einfach umstülpen lässt. Achte darauf, dass die Form sauber, fettfrei und trocken ist. Für offene Projekte wie River-Tische baust du dir aus Holzleisten und Klebeband eine Schalung und behandelst sie vorher mit Trennwachs oder einem Trennspray. Saugende Materialien wie unbehandeltes Holz versiegelst du zuerst mit einer dünnen Schicht Harz, sonst zieht es Luftblasen ins Resin.

Bei welcher Temperatur sollte man Epoxidharz gießen?

Gieße Epoxidharz am besten bei einer stabilen Raumtemperatur zwischen 20 und 25 Grad Celsius. In diesem Bereich ist das Harz schön dünnflüssig, entlüftet gut und härtet zuverlässig durch.

Zu kalt ist der größte Anfängerfehler: Unter 18 Grad wird das Resin zäh, schließt Luftblasen ein und härtet langsamer oder unvollständig aus. Zu warm verkürzt dagegen die Topfzeit drastisch, das Harz kann überhitzen und Schlieren ziehen. Wichtig ist auch eine konstante Temperatur während der gesamten Aushärtung, also vermeide Zugluft, offene Fenster oder einen Stellplatz direkt an der Heizung. Lagere Harz und Härter vor dem Anmischen ebenfalls bei Zimmertemperatur.

Wie mischt man Epoxidharz korrekt an?

Du mischst Epoxidharz korrekt an, indem du Harz und Härter exakt im vom Hersteller angegebenen Verhältnis abwiegst und mindestens zwei bis drei Minuten gründlich verrührst. Genauigkeit ist hier wichtiger als alles andere.

Das Mischverhältnis ist je nach Produkt unterschiedlich, oft 2:1 oder 1:1 nach Gewicht. Verlasse dich nie auf Augenmaß, sondern nutze eine Feinwaage. Rühre langsam und gründlich, dabei auch an Becherrand und Boden, denn unverrührte Reste härten nicht aus und hinterlassen klebrige Stellen. Ein bewährter Trick ist das Umtopfen: Gieße die Mischung in einen zweiten sauberen Becher und rühre noch einmal kurz nach, so erwischst du wirklich alles. Wenn du Pigment einrühren willst, tust du das erst nach dem vollständigen Vermischen von Harz und Härter.

Wie vermeidet man Luftblasen beim Gießen?

Luftblasen vermeidest du, indem du langsam und blasenarm rührst, das Harz aus geringer Höhe gießt und die Oberfläche danach kurz mit Wärme behandelst. So steigen eingeschlossene Bläschen auf und platzen.

Schon beim Anmischen entscheidet sich viel: Rühre ruhig und ohne Schaum zu schlagen, sonst arbeitest du Luft ins Resin ein. Lass die fertige Mischung ein paar Minuten stehen, dann sammeln sich erste Blasen oben. Beim Gießen hältst du den Becher dicht über die Form und lässt das Harz in einem dünnen Faden laufen. Nach dem Gießen fährst du mit einem Heißluftföhn oder kurz mit einem Bunsenbrenner in einigen Zentimetern Abstand über die Oberfläche. Die Wärme lässt die letzten Luftblasen aufsteigen und zerplatzen, ohne das Werkstück zu beschädigen.

Wie lange dauert die Aushärtung?

Die meisten Gieß-Epoxidharze sind nach etwa 24 Stunden grifffest und nach 5 bis 7 Tagen vollständig durchgehärtet und belastbar. Die genaue Zeit hängt von Harztyp, Schichtdicke und Temperatur ab.

Nach rund einem Tag kannst du das Werkstück meist vorsichtig entformen, es ist dann aber noch nicht voll belastbar. Die volle Endhärte und chemische Beständigkeit erreicht das Harz erst nach mehreren Tagen, deshalb solltest du etwa eine Untersetzer-Oberfläche erst danach richtig nutzen. Dickere Güsse härten schichtweise: Gieße sie in mehreren Lagen mit Wartezeit dazwischen, sonst entsteht zu viel Wärme und das Resin kann reißen oder sich gelb verfärben.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Epoxidharz gießen

Ja, hier ist meine erprobte Anleitung für deinen ersten Guss. Plane rund 30 bis 45 Minuten aktive Arbeit plus die Aushärtezeit ein.

  1. Arbeitsplatz vorbereiten: Decke den Tisch ab, sorge für 20 bis 25 Grad und stelle Form, Becher, Waage und Handschuhe bereit. Reinige die Gießform und prüfe, dass sie trocken ist.
  2. Abwiegen: Wiege Harz und Härter exakt nach Herstellerverhältnis in einem Mischbecher auf der Feinwaage ab.
  3. Anmischen: Verrühre Harz und Härter langsam zwei bis drei Minuten lang, auch an Rand und Boden, ohne Schaum zu schlagen.
  4. Umtopfen: Gieße die Mischung in einen zweiten sauberen Becher und rühre kurz nach, so vermeidest du unausgehärtete Stellen.
  5. Einfärben: Rühre jetzt nach Wunsch dein Pigment oder etwas Farbpaste ein und verteile es gleichmäßig.
  6. Gießen: Lass das Resin aus geringer Höhe in einem dünnen Strahl in die Gießform laufen.
  7. Entlüften: Fahre mit dem Heißluftföhn kurz über die Oberfläche, damit die Luftblasen aufsteigen und platzen.
  8. Aushärten: Decke den Guss locker ab, damit kein Staub hineinfällt, und lass ihn bei konstanter Temperatur mindestens 24 Stunden ungestört ruhen.
  9. Entformen und nachhärten: Löse das Werkstück vorsichtig aus der Form und lass es noch einige Tage nachhärten, bevor du es voll belastest.

Wenn dir das Gießen Spaß macht, findest du weitere Projekte in unseren Anleitungen, etwa zum Kerzen selber machen, das ähnlich entspannt mit Form und Gießtechnik funktioniert.

Häufige Fragen

Kann ich Epoxidharz auch ohne Heißluftföhn entlüften?

Ja, das geht. Lass die fertige Mischung vor dem Gießen ein paar Minuten ruhen und gieße langsam aus geringer Höhe, dann bleiben ohnehin wenige Luftblasen zurück. Übrige Bläschen kannst du behelfsweise mit einem Strohhalm vorsichtig anhauchen, denn das Kohlendioxid im Atem lässt sie zerplatzen.

Warum ist mein Epoxidharz klebrig geblieben?

Klebrige Stellen entstehen fast immer durch ein falsches Mischverhältnis oder unzureichendes Verrühren von Harz und Härter. Auch zu niedrige Temperaturen verhindern das vollständige Aushärten. Wiege beim nächsten Mal exakt ab, rühre gründlich um und arbeite bei mindestens 20 Grad.

Wie dick darf ich Epoxidharz in einem Guss gießen?

Das hängt vom Produkt ab: Dünnflüssige Tischgießharze erlauben oft mehrere Zentimeter pro Schicht, normale Bastelharze meist nur wenige Millimeter. Gießt du zu dick, entwickelt das Resin beim Aushärten zu viel Wärme und kann reißen oder sich verfärben. Halte dich an die Schichtdicke des Herstellers und gieße dicke Werkstücke lieber in mehreren Lagen.

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